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Alles Schöne dieser Welt…
Verfasst am 27. 04. 2015 von Wolfgang Veit  
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„Armenien? Warum Armenien!“ Viele in unserem Land werden sich diese Frage stellen, wenn sie „Armenien“ hören, und so ging es auch mir. Nachdem ich gerade von einem Kurztrip aus diesem faszinierenden Land zurückgekehrt bin, möchte ich euch ein wenig darüber erzählen.IMG_4848Armenien, das älteste christliche Land der Welt liegt im Kaukasus. Im Westen hat es eine gemeinsame Grenze mit der Türkei, im Norden grenzt es an Georgien, im Süden an den Iran und im Osten ist Azerbaidjan der Nachbar. Das Land ist sehr dünn besiedelt und liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 1800 Metern. Die beeindruckende Berglandschaft, lange Anstiege, faszinierende Vegetation und atemberaubende Aussichten machen dieses Kleinod zu einem unentdeckten Paradies fürs Trailrunning.
F.I.T. Sporturlaub, als einziger Anbieter von Laufurlauben in dieses Land, öffnet dieses Paradies für lauffreudige Kunden.IMG_4977

Ankunft in Yerevan

An einem Donnerstag ging es von München über Wien nach Jerewan, der Hauptstadt Armeniens. Nach der Zollkontrolle wurden von Hayk, unserem Fahrer, der uns die ganze Zeit über sicher durch das Land chauffieren sollte, herzlich empfangen. Um 04.30 begann unsere Fahrt nach Sissian, dem Ausgangspunkt für unsere Touren. Entlang der türkischen Grenze ging es durch das verschlafene land und die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50Km/h, die mich anfangs stutzig machte, stellte sich alsbald als überflüssig heraus. Bedingt durch Schlaglöcher, enge Kurven, unbeleuchtete Ladas und 40 Jahre alte iranische LKWs war das Erreichen dieser Geschwindigkeit doch eher ein Wunschdenken. Als die Sonne über dem Horizont empor stieg, zeigte sich uns die beeindruckende Berglandschaft des Kaukasus zum ersten Mal. Nach etwa 2 Stunden Fahrt machten wir einen Stopp zum Kennenlernen des vorzüglichen armenischen Kaffees. Schon bei dieser kurzen Pause konnte ich einen Eindruck von der Freundlichkeit der Leute und ihrem Interesse an Ausländern gewinnen. Nach der Ankunft in Sissian gab es erst einmal ein herzhaftes Frühstück und danach ein paar Stunden Schlaf im Hotelzimmer.

Die Zweitausendermarke durchstoßen

Um die Mittagszeit machten wir uns auf, zu unserem ersten lauf in Armenien. Bei angenehmen Frühlingstemperaturen und Sonnenschein, in kurzen Hosen und T-Shirt, ging es hinaus aus der Stadt hinauf zum Sender von Sissian, auf 2040m Höhe. Oben angekommen konnten wir die tolle Aussicht auf die umliegenden Dreitausender genießen bevor es über einen schönen Downhill in ein idyllisches Tal mit unzähligen blühenden Kirschbäumen ging. Auch eine Flussüberquerung, die sich auf Grund der rutschigen Steine und der relativ starken Strömung als gar nicht so einfach erwies, war dabei. Insgesamt liefen wir 600 positive Höhenmeter über 14Km auf dieser Tour.
Die Leute, denen wir unterwegs begegneten, freuten sich riesig, als sie uns sahen. Vorbeifahrende Autos hupten uns an und winkten uns zu, am Weg sitzende Hirten grüßten uns freundlich und tratschende Frauengruppen unterbrache ihr Gespräch, um uns zuzulächeln. Der Anblick einer Laufgruppe ist doch noch was eher Ungewöhnliches.
Zurück im Hotel gab es frischgebackenes Lavash, ein armenisches Fladenbrot. IMG_4857
Der Teig wird in Öfen, in den Boden eingelassen, gegen die Ofenwand geklatscht und dort kurze Zeit gebacken. Heraus kommt dann eine Art Riesenpfannkuchen, den man mit Kräutern, Salaten, Käse, Tomaten u.s.w. belegt und dann, ähnlichem einem Wrap ,wickelt und am besten gleich warm genießt. Dazu gab es ein Glas vorzüglichen armenischen Rotwein.
Nach diesem Snack ab ins Zimmer zu einer heißen Dusche, Beine ein wenig hoch lagern, erste Eindrücke verarbeiten und dann zum Abendessen. Es gab Käse als Vorspeise, köstliche armenische Linsensuppe und Gegrilltes. Als Beilage wurden Petersilie, Frühlingszwiebel und Basilikum, alles in ganzen Bunden, serviert. Außerdem gab es Salat und Grillkartoffel. Begleitet wurde das alles von einem frischen Kilikia, eines der besten armenischen Biere. Um 21.00 war dann Schluss und ich fiel in einen tiefen, erholsamen Schlaf.

Leider, leider Regen und sogar Schnee beim nächsten Run…

Am nächsten Tag war das Wetter leider nicht so schön. Bei Regen und Temperaturen von knapp über 0°C geht es mit dem Bus über ca. 20 Minuten nach Ltsen, dem Startpunkt zu unserer nächsten Etappe. Über einen längeren Anstieg durch schönen Laubwald, immer wieder grandiose Aussichten in die Schlucht des Flusses Vorotan gewährend, ging es bis auf 2170m hinauf. Auf halber Strecke ging der Regen dann in Schneefall über.
Auf dieser Tour wurden wir von Hasmik, der Hotelbesitzerin und Lilia, einer lokalen Läuferin, begleitet. Beide begannen erst vor 4 Monaten mit dem Laufen und wir waren sehr beeindruckt, mit welcher Leichtigkeit sie die Strecke über 17Km mit 700Hm im Anstieg meisterten. Ziel des Trailruns war das Kloster Tatev, im Jahr 895 erbaut. Bevor wir uns dem kulturellen Teil dieses Tages widmeten, gab´s erst einmal ein vernünftige Stärkung, mit Fleischsuppe, Speck, Käse, Gemüse, heißem Tee und natürlich Lavash. Am offenen Feuer konnten wir unsere Funktionskleidung trocknen.
Obwohl das Wetter ja nicht das Beste war, machte dieser lauf wirklich Spaß und die ganze Tour hatte wirklich Abenteuer Charakter. Genau so etwas hatte ich ja gesucht!
Eines der Highlights dieses Tages war dann sicherlich noch die Fahrt mit der längsten Seilbahn der Welt, die auf einer Strecke von 5,75KM 321 Meter über der Schlucht des Flusses Vorotan schwebt.

Und schon wieder zurück nach Yerevan!

Am folgenden Tag ging es zurück nach Yerevan. Das Wetter zeigte sich wieder von seiner guten Seite und noch einmal konnten wir die Schönheit der beeindruckenden Gebirgslandschaft Armeniens bewundern. In der Hauptstadt gab es noch einen schönen City Trail durch die Straßen und über die Stufen der Stadt. Insgesamt führte uns dieser Sightseing Trail über 15Km und knapp 300 positive Hm unter anderem zum Genozid Denkmal, vorbei an der Oper und zu den Kaskaden, einem beeindruckenden Bauwerk im Zentrum Yerevans mit über 600 Stufen, das zwei Stadtteile miteinander verbindet.
Ein letztes Abendessen in einem typisch armenischen Lokal, danach noch eine Besichtigung der „tanzenden Fontänen“, ehe es nach ein paar Stunden Schlaf zeitig am Morgen zum Flughafen und von dort zurück in die Heimat ging.IMG_1087
Dieser Kurztrip hinterließ wirklich bleibende Eindrücke bei mir. In der kurzen Zeit habe ich so viele positive Menschen, wirklich herzliche Gastfreundschaft, bizarre Gebirgsformationen, Jahr tausende alte Kulturdenkmäler, einen Schmelztiegel der Nationen in Yerevan, kulinarische Leckerbissen und einen einzigartigen Mix aus Orient und Post – Sowjetunion, erfahren, das mir der Aufenthalt in diesem wunderbaren Land weitaus länger als nur drei Tage vorkam.
Sicherlich hängt das auch mit der Zusammenstellung der Reise bzw. der ausgezeichneten Organisation durch die Spezialisten von F.I.T. Sporturlaub zusammen.
Wer also die Trails des Kaukasus rocken will, ist bei diesen Leuten in besten Händen!