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Alles Schöne dieser Welt…
Verfasst am 21. 10. 2014 von Wolfgang Veit  
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Laufen im Land der Gegensätze. Laufen in Armenien. Das ist das Programm von F.I.T. Laufurlaub – einem Tochterunternehmen der F.I.T. Sporturlaub. Job – den des Reiseveranstalters –  und Hobby zu verbinden – was gibt es Schöneres? Ausgiebig konnten wir uns vor kurzem nochmals Lust machen auf die erste geführte Reise im Frühjahr 2015 – und auch nochmals Routen und Unterkünfte für einen letzten Check unter die Lupe nehmen:

Am 2. Oktober ging es los. Um 19.00 hoben wir in München ab um nach einem zweistündigen Aufenthalt in Wien um 03.25 in Yerevan, der Hauptstadt Armeniens, zu landen. Der Flug war angenehm und der große Vorteil dieser Flugzeiten ist ein gewonnener Urlaubstag. Nach der problemlosen Einreise übernahmen wir unseren Mietwagen und begannen unsere Fahrt in den Süden, Richtung iranischer Grenze mit Ziel Sisian, unserer ersten Basis. Es war eine beeindruckende Fahrt durch die Morgendämmerung, durch das menschenleere Yerevan, über 2000 Meter hohe Pässe, über Serpentinen und durch enge Täler, vorbei am Berg Ararat, dessen schneebedeckte Spitze in der Morgenröte glänzte.

Ein läuferfreundliches Frühstück – und dann zum Shaki-Wasserfall

Nach gut 3 Stunden Fahrt und einer kurzen Kaffeepause unterwegs erreichten wir unseren Zielort. Im Hotel wurden wir schon erwartet und nach dem Check In kredenzte man uns ein vorzügliches, sehr läuferfreundliches Frühstück. Danach rein in die Laufklamotten und los zu einem ersten Erkundungslauf mit den Shaki Wasserfall, dem höchsten Armeniens als Ziel. Unsere Route führt uns zuerst durch das Städtchen Sisian, wo wir von den Einwohnern kopfschüttelnd bestaunt werden, dann entlang des Flusses Vorotan über Wiesen, vorbei an Schaf – und Kuhherden zu unserem Ziel. Wir waren anfangs etwas enttäuscht von der Wassermenge. Als uns aber ein Schäfer erzählte, man kann den Wasserfall „aufdrehen“, in dem man mit dem Schleusenwärter ein paar Freundlichkeiten austauscht, machten wir dieses und das Ergebnis war überwältigend. Weiß schäumende Wassermassen fallen vor dem Hintergrund des tiefblauen Himmels über 20 Meter herab und die Sonne komponiert durch die Gischt einen farbenprächtigen Regenbogen über den sattgrünen Wiesen. Nach diesem wirklich atemberaubenden Schauspiel traben wir zurück ins Hotel um ein wenig zu ruhen und uns auf ein schmackhaftes Abendessen zu freuen. Wir wurden nicht enttäuscht und auch der hauseigene Wodka erweckte die müden Geister wieder zu leben.

Zu den mystischen Malereien von Lake Ughtasar

Tag zwei stand im Zeichen eines der Highlights unserer Tour. Über 17KM und 1700 Höhenmeter hinauf zum Lake Ughtasar in 3300 Meter Seehöhe, über Almen, vorbei an erloschenen Vulkanen mit atemberaubendem Blick in der herumliegenden Täler und kurzem Stopp bei den Petroglyphen, ca. 4000 Jahre alten Steinmalereien auf Felsen, in die Landschaft geworfen als hätte ein Riese damit gewürfelt. Die Strecke war grundsätzlich einfach zu laufen, aber die nicht vorhandene Luft in dieser Höhe macht sich doch bemerkbar. Für all die Strapazen entschädigt allerdings das einzigartige Panorama und die Gewissheit, dass es vor uns noch keiner diesen Berg so bezwungen hat.

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Tag drei führt uns zu einem kulturellen Highlight unserer Tour, dem Kloster Tatev. Nach einer kurzen Fahrt durch die malerische Herbstlandschaft erreichen wir das Dörfchen Ltsen, dem Startpunkt unserer heutigen Etappe. Über Waldwege, stetig leicht bergan und mit großartigem Blick in die Schlucht des Flusses Vorotan laufen wir unserem Ziel entgegen um nach ein paar Kilometern drauf zu kommen, dass wir irgendwo falsch abgebogen waren. Dieses kleine Hoppala änderte aber am Genuss dieses Laufes und schlussendlich erreichten wir Tatev, wobei wir die letzten paar Kilometer durch nebelverhangene Lanschaften, die dem ganzen Ort was mystische gaben, zurücklegten.

Entlang der alten Seidenstraße

Am Tag 4 übersiedelten wir von Sisian nach Lermontov im Norden Armeniens,der zweiten Basis unserer Reise. Der Weg dorthin führt unsere über den Selim Pass, Teil der alten Seidenstraße, wo wir eine Karavanserei aus dem 13.Jhdt besichtigten, weiter über Martuni zum Sevan See, der blauen Perle Armeniens. Dort erkunden wir die Halbinsel bei der Ortschaft Tsapatagh um zu sehen, ob die auf den Karten gefundenen Wege auch wirklich existieren Die Wege existieren, allerdings existieren diverse Zäune auf den Karten nicht, was die ganze Sache nicht unbedingt leichter macht, zumal hinter manchen Zäunen der armenische Hirtenhund wartet, zwar angekettet, aber wer weiß, wie alt die Kette ist…
Tag 5 begann nach einer ca 45 minütigen Autofahrt mit einem Lauf zum Lake Gosh, von dort weiter zum Kloster Goshawank, wo wir kurze Pause machen. Weiter gings zum Lake Pars, malerisch in der sogenannten armenischen Schweiz gelegen, wo wir uns zu einer verdienten armenischen Brotzeit in einer typischen Wirtschaft niederließen.

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Die letzten beiden Tage unserer Reise gehören Yerevan, dieser pulsierenden, in zartes rosa Licht getauchten, mit Gegensätzen vollen Hauptstadt Armeniens. Wir laufen um 07.00 Früh durch menschenleere Strassen, begegnen den letzten Heimkehrern einer rauschenden Nacht, treffen auf die örtliche Putzbrigaden und sehen tratschende, rauchende Polizisten am Straßenrand, die auf ihre Ablöse warten. Wir werden eingeführt in die kulinarischen Highlights der armenischen Küche, mischen uns unter die Einheimischen, genießen die Herbstsonne in einem der Straßencafes und denken uns – „toll war es, viel Spaß gehabt, viel erlebt“ und freuen uns darüber, als Tourismuspioniere in diesem wundervollen Land unterwegs gewesen zu sein.