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Alles Schöne dieser Welt…
Verfasst am 13. 08. 2014 von Wolfgang Veit  

Das Mittel war radikal, aber doch in drei von vier Fällen hilfreich: alle Zähne raus bei Rheuma. So lautete in vergangenen Jahrhunderten oftmals die allgemeinärztliche Anweisung bei rheumatischen Gelenkbeschwerden. Denn seit Jahrhunderten ist bekannt: Über den Trigeminus-Nerv können Störungen an den Zähnen zu einer Kaskade an Störungen im Allgemeinbefinden führen.

Was Zahnstörherde im Körper anrichten können

Die Rede ist von sogenannten „Zahnherden“ im Körper. Anhand des zahnmedizinischen Zustands der Zähne kann die ganzheitliche Medizin Rückschlüsse ziehen auf bestimmte Erkrankungen im Körper: Rheuma, Nebenhöhlenleiden, Bronchialerkrankungen, Morbus Crohn, Ohrentzündungen, Schmerzen in der Wirbelsäule mit Veränderung der Körperstatik, um nur einige zu nennen. Dass der Trigeminus-Nerv im Gehirn für diese Zusammenhänge verantwortlich ist, liegt daran, dass er eine zentrale Schaltstelle im Körper darstellt: Nicht nur, dass er mit allen anderen Hirnnerven zentral verbunden ist und ergo sämtliche Signale aus Gebiss,  Sinnesorganen, Haltungssystem, sämtlichen Körperorganen aufnimmt und weiterleitet. Er ist speziell auch für Bereiche wie z.B. die Kaumuskulatur und die Kieferknochen zuständig. Verändert sich nun beispielsweise die Spannung der Kaumuskulatur durch schlecht sitzenden Zahnersatz, wird dieses Signal etwa an die Rückenmuskulatur weiter geleitet. Folge: Die Körperhaltung kann sich ändern – Verspannungen und entsprechende Schmerzen sind möglich, ohne dass die Ursache für die Schmerzen in der Wirbelsäule zu suchen wären.

Jeder Zahn ist mit Organen „verbunden“

Schmerzen oder Schäden an Zähnen können nach Auffassung der ganzheitlichen Medizin auch auf Störungen an bestimmten, über Nervenbahnen verbundenen Organen hinweisen. Die vorderen rechten und linken oberen Schneidezähne (1.3-1.7, 2.3-2.8) sind etwa nervlich vernetzt mit Verdauungsorganen wie Magen, Bauchspeicheldrüse oder Darm, aber auch den Augen. Schmerzen in den hinteren unteren Backenzähnen (3.8, 4.8) können auf Störungen des Hermuskels hindeuten; Schmerzen in den beiden oberen oder unteren Schneidezähnen auf Störungen der Geschlechtsorgane. Umgekehrt können auch entzündliche Prozese im Darm zu einer Veränderung der korrespondierenden Zähne führen. Bevor man nun unvorsichtig zur Eigendiagnose schreitet sei allerdings einschränkend gesagt: Nicht immer sind die Zähne der Täter bzw. das Opfer. Störungen an den Zähnen können  organische Beeinträchtigungen nach sich ziehen – sie müssen es allerdings nicht zwingend! Deswegen ist es ratsam, einen Spezialisten hinzu zu ziehen und sich zahnmedizinisch sinnvoll beraten zu lassen.